Willkommen bei der Raiffeisen Ochtrup eG

Bayer bietet für Monsanto viel Geld

Für eine Übernahme von Monsanto nennt die Bayer AG am Montag einen Kaufpreis, der weit über dem aktuellen Börsenwert liegt. Das deutsche Unternehmen verspricht große Vorteile. Die Bayer-Aktie gibt erneut nach.

Gewichte am Markt

Monsanto ist derzeit – gemessen an den addierten US-Dollarumsätzen mit Pflanzenschutz und Saatgut – am Weltmarkt die Nummer 1, Bayer folgt hinter Syngenta als Nummer 3. Monsanto bringt das größte Saatgutgewicht auf die Waage, Bayer ist hinter Syngenta der zweitwichtigste Anbieter von Pflanzenschutzmitteln. Addiert man die Dollarumsätze von Bayer Crop Science und Monsanto für das zurückliegende Geschäftsjahr, ergeben sich 26,5 Mrd. US-$. Das wäre fast das Doppelte des Syngenta-Umsatzes 2015 von 13,4 Mrd. US-$. Auch die geplante Kombination der Agrarsparten von Dow und DuPont wäre mit einem addierten Umsatz von 16,0 Mrd. US-$ weit abgeschlagen. (db)

Für 122 US-$ pro Aktie in bar will der Leverkusener Konzern Monsanto übernehmen. Es errechnet sich ein Kaufpreis von 62 Mrd. US-$, der eine erhebliche Prämie für die bisherigen Monsanto-Aktionäre bedeutet. Es wäre ein Aufschlag von 37 Prozent auf den Schlusskurs der Monsanto-Aktie vom 9. Mai 2016 - das ist der Tag, bevor Bayer sein Angebot abgegeben hat.

Gewinn soll schon im ersten Jahr steigen

Der Bayer-Vorstand wirbt für den Kauf, weil nach seiner Einschätzung mit der Übernahme ein „führendes Geschäft mit umfangreichem integriertem Angebot an landwirtschaftlichen Produkten und einer erstklassigen Forschungspipeline, um innovative Lösungen für Landwirte zu entwickeln“ geschaffen würde. Der Zusammenschluss soll bereits im ersten vollen Jahr nach dem Abschluss der Transaktion für die Bayer-Aktionäre einen positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich leisten und im zweistelligen Prozentbereich danach. Bayer erwartet zunächst jährliche Ergebnisbeiträge aus Synergien von insgesamt rund 1,5 Milliarden US-$ nach drei Jahren sowie weitere positive Effekte durch das integrierte Produktangebot in den Folgejahren.

Pflanzenschutzsparte soll in Deutschland bleiben

Der Hauptsitz der weltweiten Saatgutsparte des gemeinsamen Unternehmens sowie die Zentrale für Nordamerika sollen in St. Louis, Missouri, USA, angesiedelt sein. Der weltweite Bereich Pflanzenschutz sowie die Zentrale der Bayer-Division Crop Science sollen ihren Sitz in Monheim, Deutschland, haben. Darüber hinaus soll Crop Science neben Durham, North Carolina, USA, zahlreiche weitere Standorte in den USA und weltweit betreiben. Der Bereich Digital Farming des kombinierten Geschäfts soll seinen Sitz in der Nähe von San Francisco, Kalifornien, USA, haben.

Bayer-Aktie weiter auf Talfahrt

An der Börse werden die Bayer-Pläne weiter kritisch betrachtet. Die Bayer-Aktie verliert heute bis 16.30 Uhr noch einmal 4,6 Prozent auf 85,16 €. Bevor am 12. Mai. erste Gerüchte über Bayer und Monsanto publik geworden waren, hatte das Papier noch einen Wert von 100 € gehabt.

Tötung männlicher Küken verstößt nicht gegen Tierschutzgesetz

Freitag, 20.05.2016 - 15:05 Uhr

Drucken
 
 
von dpa/Hermann Krauß/agrarheute

Das Töten männlicher Küken direkt nach dem Schlüpfen verstößt nicht gegen das Tierschutzgesetz. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster am Freitag entschieden.

kueken_franz12-ft.jpg © franz12/fotolia Bild vergrößern

Das OVG Münster sieht einen 'unverhältnismäßig hohen Aufwand' in der Aufzucht der männlichen Küken.

Mit der Entscheidung hat das Oberverwaltungsgericht mehrere Urteile von Verwaltungsgerichten in Nordrhein-Westfalen gegen einen Erlass der rot-grünen Landesregierung bestätigt. Das Tierschutzgesetz erlaube das Töten von Tieren, wenn dafür ein vernünftiger Grund vorliege, hieß es in der Urteilsbegründung.

Die Aufzucht der ausgebrüteten männlichen Küken sei für die Brütereien mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand verbunden und deshalb keine Alternative. Revision ließ das OVG nicht zu. Gegen diese Entscheidung kann Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt werden.

Remmel: 'Niederlage für den Tierschutz'

Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) zeigte sich nach dem Urteil enttäuscht. "Das ist eine herbe Niederlage für den Tierschutz in Deutschland. Klar ist: Die heutige Entscheidung hatte nur rein formaljuristische Gründe und ist damit keineswegs Freibrief für die Praktiken der Geflügelwirtschaft. Das Schreddern und Ersticken von Tieren hat gesellschaftlich und politisch keine Akzeptanz", sagte Remmel laut Pressemitteilung.

Sein Ministerium werde jetzt nach Vorlage des schriftlichen Urteils prüfen, ob NRW in die nächsthöhere Instanz zieht.

Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte das Urteil: "Der Tierschutz unterliegt wirtschaftlichen Interessen. Das ist angesichts eines Staatsziels Tierschutz nicht hinnehmbar. Wir können den nordrhein-westfälischen Minister Johannes Remmel nur ermuntern, weiter zu kämpfen", sagte der Präsident der Organisation, Thomas Schröder, laut Mitteilung.

Urteil hat Signalwirkung

Das Urteil aus Nordrhein-Westfalen hat für die Branche Signalwirkung, auch wenn nur 5,4 Prozent aller in Deutschland ausgebrüteten Küken in NRW schlüpfen. Zwölf von bundesweit 30 Betrieben sind in NRW ansässig. Sie sind in der Regel aber deutlich kleiner als die Brüter in anderen Bundesländern.

Remmel wollte das Töten aus rein wirtschaftlichen Gründen 2013 per Erlass unterbinden. Dagegen zogen elf betroffene Brütereien vor die Verwaltungsgerichte.

Die Bundesregierung lehnt ein Verbot ab und setzt auf eine technische Lösung, die 2017 marktreif sein soll. Dabei wird bereits vor dem Schlüpfen erkannt, welches Geschlecht der Embryo hat.

Streit um Neuzulassung: Was Sie über Glyphosat wissen sollten

Zahl der gesammelten Unterschriften gegen die Wiederzulassung von Glyphosat Zur Großansicht
DPA

Zahl der gesammelten Unterschriften gegen die Wiederzulassung von Glyphosat

Kein Pestizid wird in Deutschland so viel verkauft wie Glyphosat. Und keins ist so umstritten. Diese Woche will die EU über eine neue Zulassung entscheiden. Die wichtigsten Fakten zur Diskussion.

Darf das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat in Europa weiter eingesetzt werden? Über diese Frage berät diese Woche die EU-Kommission. Die Zulassung des Pestizids läuft am 30. Juni aus, danach soll sie 15 oder, nach dem Willen des EU-Parlaments, sieben Jahre verlängert werden. Die Meinungen darüber, wie sehr Glyphosat schaden kann, gehen jedoch weit auseinander.

 

 

Nun sorgt eine weitere Untersuchung der Arbeitsgruppe "Joint Meeting on Pesticide Residues", kurz JMPR, die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Welternährungsorganisation (FAO) gehört, für Aufsehen. Die Experten kommen zum Schluss, dass Glyphosat für Verbraucher keine Gesundheitsgefahr darstellt.

Zuvor hatte das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Glyphosat im Auftrag der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) bewertet, die Substanz als wahrscheinlich nicht krebserregend eingestuft. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), die wie die JMPR zur WHO gehört, kam jedoch zum Schluss, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend im Menschen ist.

Das kann zu Recht verwirren. Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema im Überblick.

Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist ein chemischer Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln, der Unkraut vernichtet. Der Stoff kommt weltweit zum Einsatz und wird von verschiedenen Firmen unter verschiedenen Namen vermarktet, unter anderem von Monsanto unter dem Namen Roundup. Glyphosat ist das meistverkaufte Pestizid weltweit, auch in Deutschland.

Wie wirkt Glyphosat?

Pflanzen nehmen das Mittel vor allem über die Blätter auf. Von dort verteilt sich der Wirkstoff im ganzen Gewächs und blockiert die Produktion von Aminosäuren, ohne die die Pflanze stirbt. Da es den im Unkraut blockierten Stoffwechsel in Menschen und Tieren nicht gibt, ging man lange davon aus, dass Glyphosat keine Gesundheitsgefahr darstellt.

Warum bewerten IARC, Efsa und JMPR Glyphosat so unterschiedlich?

Die Gremien beschäftigen sich mit unterschiedlichen Fragen: Bei der IARC geht es - unabhängig von Einsatzszenarien oder Dosierung - um mögliche Krebsgefahren. Also: Wie stark ist die Beweislage dafür, dass etwas beim Menschen grundsätzlich Krebs auslösen könnte? Es geht dagegen nicht darum, wie groß die Gefahr ist.

Auf der Liste der laut IARC sicher krebserregenden Substanzen stehen daher unter anderem auch Wurst und Alkohol; Glyphosat ist mit "wahrscheinlich krebserregend" sogar eine Stufe niedriger eingeordnet.

Dem JMPR hingegen geht es, ähnlich wie der Efsa, um praktische Fragen: In welchen Konzentrationen oder bei welchen Aufnahmeformen könnte ein Stoff gesundheitsschädlich sein? Also im konkreten Fall: Könnten über die Nahrung gefährlich hohe Mengen des Unkrautvernichters aufgenommen werden?

In seinem aktuellen Bericht schreibt das JMPR, dass Glyphosat bei Tests an Mäusen womöglich in sehr hohen Dosen das Krebsrisiko tatsächlich erhöhen könnte. Bei Aufnahme durch Mund und Verdauungssystem kämen aber nicht annähernd so große Mengen zusammen. Daher besteht nach dieser Bewertung kein Risiko für Verbraucher.

Welcher Grenzwert gilt für Glyphosat?

Derzeit liegt der Grenzwert für die regelmäßige tägliche Aufnahme in der EU bei 0,3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Allerdings plädiert die Efsa nach der Auswertung neuer Daten aus Tierversuchen dafür, diesen auf 0,5 Milligramm pro Kilogramm zu erhöhen.

Das JMPR kommt bei seiner aktuellen Analyse sogar zum Schluss, der Grenzwert für die regelmäßige tägliche Aufnahme solle bei höchstens einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht liegen. Geringere Mengen bewerten die Experten als ungefährlich.

Könnten die Ergebnisse auch politisch motiviert sein?

Immer wieder wird behauptet, die Efsa fälle ihre Entscheidungen nicht völlig unabhängig von Industrieinteressen. Im Fall von Glyphosat fehlt dafür aber ein Nachweis. Im SPIEGEL äußerte Grünen-Politiker Martin Häusling außerdem den Verdacht, ein Verbot könne die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP mit den USA gefährden.

Grundsätzlich sind die europäischen Behörden jedoch dem Verbraucher verpflichtet. Ihre Aufgabe ist es, nach dem Prinzip der Vorsorge alle potenziellen Gefahren für Umwelt und Bürger zu minimieren. Die USA hingegen reagieren mit dem Prinzip der Nachsorge erst, wenn klare Risiken belegt sind.

Wie wird Glyphosat in Deutschland eingesetzt?

Da der Wirkstoff alle Pflanzen abtötet, kommt er auf den Acker, bevor die Nutzpflanze ausgesät wird. Das spart das Pflügen. Außerdem haben Landwirte das Mittel bis 2014 teils vor der Getreideernte versprüht. Die Halme sterben dann ab, die Körner trocknen und können anschließend direkt eingelagert werden. Inzwischen ist diese Form des Glyphosat-Einsatzes nur noch in Ausnahmefällen erlaubt, und zwar, wenn das Getreide wegen starken Unkrautwuchses ohne diese Maßnahme nicht geerntet werden könnte.

 

 

In Staaten außerhalb der EU, etwa in den USA, wird Glyphosat zudem in Kombination mit gentechnisch veränderten Pflanzen angeboten. Diese Pflanzen sind Glyphosat-resistent, sterben also nicht mehr ab, wenn der Stoff während ihres Wachstums aufs Feld kommt.

Was wären die Folgen eines Glyphosat-Verbots?

Umweltverbände hoffen, dass durch ein Verbot ein Umdenken in der Landwirtschaft stattfindet und mehr Landwirte ihre Produktion auf ökologischen Anbau umstellen. Wahrscheinlich wird sich diese Hoffnung jedoch nicht erfüllen.

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, sagte SPIEGEL ONLINE, im Fall eines Verbots würden die Landwirte eine Mischung von Herbiziden verwenden, um den sehr effektiven Unkrautvernichter zu ersetzen. "Die anderen Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffgruppen haben jedoch ein höheres Risiko, dass Pflanzen resistent gegen sie werden", warnt er. Insgesamt schätzt er die möglichen Alternativen problematischer als Glyphosat ein.

Anmeldung